Seminar

Verfahrenstechnische Erfahrungsregeln  bei der Auslegung von Apparaten und Anlagen

Überblick

Die Auslegung verfahrenstechnischer Apparate und Anlagen erfolgt im harten Tages­ge­schäft der Anlagen­bauer und Produ­zenten häufig nach Erfahrungs- bzw. Daumen­regeln. Dies betrifft insbe­sondere Machbar­keits­studien, die Vorkal­kulations­phase und die Angebots­phase eines Projekts. 

Hier werden für die Kostenschätzung in kurzer Zeit solide Angaben zu den Leistungs­kenn­ziffern eines Apparats oder einer Maschine benötigt. 

Als Beispiele seien die Wärme übertragende Fläche, die Anzahl von Trenn­stufen einer Rekti­fi­kations- bzw. Extraktionskolonne oder die Dimen­si­o­nierung und Effizienz von Pumpen und Kompressoren genannt.

An dieser Stelle setzt das Seminar an. Es werden bewährte Erfahrungs­regeln und Short-Cut Methoden vorge­stellt und

die Praxis­eignung dieser Methoden bewertet. 

Das Seminar beginnt mit einer Einführung in die praktische Nutzung der Ähnlichkeitstheorie, gefolgt von der Vorstellung bewährter Methoden zur Schätzung von Inves­ti­ti­ons­ausgaben. Die einzelnen Erfah­rungs­regeln werden detail­liert vorge­stellt und anhand von Beispielen vertieft.

Die Seminar­teil­nehmer erwerben ein arbeits­fä­higes Fachwissen zur überschlä­gigen Auslegung verfahrenstechnischer Apparate und Maschinen.

Im Detail

Seminarinhalt
  • Einführung
    • Informationsbeschaffung
    • Basisgrößen und Einheiten
    • Stoffwerte und Phasengleichgewichte
  • Dimensionsanalyse und Ähnlichkeitstheorie
    • Physikalische Ähnlichkeit
    • Entwicklung dimensionsloser Kennzahlen
    • Proportionalitäten und Korrelationen
  • Schätzung von Investitionskosten
    • Optimales wirtschaftliches Design
    • Zuschlagskalkulation und Mengengerüst
    • Notwendige Informationen und Aufwand
    • Kostenindizes
    • Degressionskoeffizienten 
  • Fördern von Fluiden
    • Pumpen und Kompressoren
    • Strömungsgeschwindigkeiten in Rohrleitungen
    • Heuristische Regeln zur Auswahl von Pumpen und Verdichtern
  • Wärmeübertrager
    • Wärmeleitung, Wärmeübergang, Wärmedurchgang und Wärmestrahlung
    • Temperaturprofile und treibende Potenziale
    • Schätzung des Wärmedurchgangskoeffizienten
    • Heuristische Regeln zur Auslegung von Wärme­übertragern
  • Rektifikationskolonnen
    • Theoretischer Boden, Gleichgewichtskurve und Siedekurve
    • Minimale Anzahl theoretischer Böden
    • Mindestrücklaufverhältnis, reales Rücklaufverhältnis
    • Heuristische Regeln zur Auslegung von Kolonnen
  • Rührwerksbehälter
    • Mischzeit
    • Rührerleistung

Verfahrenstechniker, Maschinenbauer, Chemieingenieure und Chemiker sowie Meister und Techniker aus allen Bereichen der Industrie, die die Grundlagen der überschlägigen verfahrens­techni­schen Dimensionierung erwerben wollen oder ihre Kenntnisse auffrischen wollen.

Prof. Dr.-Ing. Thomas Rieckmann, TH Köln,

Chemische Reaktionstechnik, Prozess- und Produktentwicklung,

Institut für Anlagen und Verfahrenstechnik

Referate, Diskussion, Erfahrungsaustausch, Berechnungs­beispiele, Seminarunterlagen

Bitte Notebook mit Excel und Taschenrechner mitbringen!

Zum Ab­schluss der Ver­an­stal­tung er­hal­ten Sie ei­ne qua­li­fi­zier­te Teilnahmebescheinigung der TAW mit de­tail­lier­ter Auf­lis­tung der ver­mit­tel­ten Seminarinhalte.