Lehrgang

Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme (EBN): Energieaudit DIN EN 16247

Überblick

Durch effiziente Energienutzung verschaffen sich Betriebe Kostenvorteile und können staatliche Fördermöglichkeiten besser ausschöpfen.

Der Bund fördert Energieberatungen für den Mittelstand "EBM" mit einem Zuschuss von bis zu 80%. Durchführen darf eine solche Beratung nur, wer spezielle Fortbildung und Erfahrung nachweisen kann. Unser Lehrgang bietet die für eine Zulassung als Berater für das Förderprogramm "Energieberatung Mittelstand" geforderte Fortbildung. 

Im Energiedienstleistungsgesetz EDL-G wird von allen größeren Unternehmen verlangt, regelmäßig die Energieeffizienz der Standorte zu untersuchen. Für steuerliche oder andere Vergünstigungen beim Energiebezug muss der Nachweis erbracht werden, ein Energieeffizienzsystem zu betreiben. Als solche Effizienzsysteme kommen in Frage:

  • Energieaudit nach DIN 16247
  • Alternatives System nach SpaEfV (Spitzenausgleichs-Effizienzsystem-Verordnung)
  • ISO 50001 Energiemanagementsysteme

Durch unseren Lehrgang werden Sie als Energieauditor in die Lage versetzt, ein Energieaudit nach DIN 16247 durchzuführen oder ein alternatives System nach SpaEf-Verordnung in Unternehmen einzuführen und zu betreiben. Dieses Know-how können Sie als externer Energieberater oder als interner Energieexperte nutzen. 

Das Energieaudit oder alternative System ist auch ein erster Schritt zum umfangreichen Energiemanagementsystem nach ISO 50001. In Grundzügen lernen Sie das ISO 50001 Energiemanagementsystem kennen und von den beiden anderen Energieeffizienzsystemen abzugrenzen.

Wir vermitteln Ihnen auch die technischen Grundlagen, mit denen Sie Energieeinsparpotenziale in Unternehmen erkennen, bewerten und umsetzen können.

Über die Erläuterung von gesetzlichen Vorschriften und steuerlichen Anreizen hinaus gibt dieser Lehrgang Ihnen die Werkzeuge an die Hand, mit denen Sie den Energieverbrauch und die Energiebezugskosten im Betrieb senken können. Die Werkzeuge sind sowohl für externe Energieberater als auch für interne Energieexperten, wie z.B. Energiebeauftragte hilfreich.

Im Detail

Inhalte
  • Erste Präsenzphase (3 Präsenztage)
    • Rechtliches
      • EEWärmeG, EnEG, EDL-G
      • EU-Gebäuderichtlinie, -Energieeffizienz-Richtlinie
      • EnergieStG, StromStG, EEG, KWKG u.a.
    • Energieeffizienz-Systeme
      • Energieaudit nach DIN 16247-1
      • Alternatives Effizienzsystem nach SpaEf-Verordnung
      • ISO 50001 Energiemanagementsysteme
    • Energetische Bewertung von Gebäuden
      • Neubau – zentrale Anforderungen:
        Wohngebäude - EnEV, Nichtwohngebäude – DIN 18599
      • Bestand: Sanierung
      • Energieausweis: Verbrauchsausweis, Bedarfsausweis
    • Weitere Themen
      • Datenerhebung, Messtechnik, Messkonzept
      • Energiedatenanalyse und Kennzahlenverfahren
      • Wirtschaftlichkeitsrechenverfahren und Contracting 
      • Fördermöglichkeiten
      • Beratungsbericht
  • Zweite Präsenzphase (3 Präsenztage)
    • Einsparmöglichkeiten Gebäudehülle (Nichtwohngebäude, Neubau und Bestand)
      • Reduzierung des Energiebedarfs
      • Einfluss der Bauphysik
    • Einsparpotenziale in der Anlagentechnik
      • Heizungs-, Klima- und Lüftungstechnik
      • Wärme- und Kälteerzeuger
      • Beleuchtung
      • Druckluft
      • elektrische Antriebe und Pumpen
      • Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und 
      • Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK)
    • Erneuerbare Energien
      • Solarthermie, Fotovoltaik
      • Biomasse, Biogas
      • Geothermie
  • Dritte Präsenzphase (2 Präsenztage)
    • Einsparpotenziale in der Anlagentechnik
      • Prozesswärme und Wärmerückgewinnung
      • Speichertechnologien Strom und Wärme
    • Sonstiges
      • Lebenszyklus-Kostenanalyse
      • Hard- und Software für die Energieberatung 
      • Umsetzung von Energiesparmaßnahmen
      • Emissionen
    • Abschlussprüfung
      • Prüfung mit anschließender Besprechung der Lösungen

Personen mit Vorkenntnissen und Erfahrung in der Energieversorgung von Betrieben.


Hinweis:

Teilnehmer, die anschließend eine Zulassung als Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme (EBN): Energieaudit DIN EN 16247 und eine Listung als Energieeffizienz-Experte beantragen möchten, müssen weitere Voraussetzungen erfüllen, insbesondere:


  • Hochschul- oder Fachhochschulabschluss in einschlägiger Fachrichtung oder
  • Berechtigung zur Ausstellung von Energieausweisen für Nichtwohngebäude oder 
  • Staatlich geprüfter Techniker- oder Meisterabschluss in einschlägiger Fachrichtung sowie
  • mindestens dreijährige hauptberufliche Tätigkeit in der Energieberatung.


Details dazu sind in den Hinweisen zur Beraterzulassung des BAFA (www.bafa.de) und dem Regelheft Energieeffizienz-Experten dena (www.dena.de) zu entnehmen.









  • Dipl.-Ing. Martin Theweleit,
    Energieberater und Energieauditor zur Optimierung der Versorgung von Industriebetrieben, Ingenierbüro M. Theweleit, Köln

Dipl.-Ing. Stefan Krämer,

Energieberatung / Gebäudesimulation für Wohnungsbau sowie Büro- und Geschäftsgebäude, Inhaber Integral Ingenieure, Aachen

Vortrag, Diskussionen, Praxisbeispiele, Erfahrungsaustausch, Gruppenarbeit, praktische Übungen.

  • Praxisbezogene Umsetzung und Vertiefung der in den vorbereitenden Materialien gelegten Grundlagen
  • Allgemeine Praxis-Beispiele
  • Diskussion und Erfahrungsaustausch
  • Gruppenarbeit
  • Anhand konkreter praktischer Beispiele werden grundlegende und vertiefende Kenntnisse vermittelt. Die zahlreichen Übungen und Anwendungssituationen bilden einen Schwerpunkt des Lehrgangs.

Nach erfolgreichem Abschluss der schriftlichen Prüfung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat mit detaillierter Auflistung der vermittelten Inhalte.

Mit Absolvierung der ersten Präsenzphase werden bereits Qualifikationen zur Durchführung von Energieaudits nach DIN 16247 und zum Aufbau alternativer Effizienzsysteme erworben. 

Mit Absolvierung der weiteren beiden Präsenzphasen und Bearbeitung der zur Verfügung gestellten Selbstlernmaterialien, kann sich der Teilnehmer die erforderlichen 80 Unterrichtseinheiten für die Eintragung als Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme (EBN): Energieaudit DIN EN 16247 bei der BAFA anrechnen lassen.

Hinweis: Die erste Präsenzphase kann auch gesondert gebucht werden.

Den berufsbegleitenden Zertifikats-Lehrgang mit Präsenzphasen und Lehrbriefen zeichnet ein hoher Praxisbezug und die aktive Einbindung der Teilnehmer aus.

Präsenzphasen

Drei Präsenzphasen mit Workshop-Charakter bilden den Mittelpunkt des Zertifikats-Lehrgangs und dienen der Anwendung und Vertiefung der in den vorbereitenden Selbstlernmaterialien gelegten Grundlagen. Die Bearbeitung konkreter Praxisprobleme, die Diskussion und der Erfahrungsaustausch der Teilnehmer stellen den unmittelbaren Bezug zur beruflichen Praxis her. Konkrete Problemstellungen und offene Fragen werden gemeinsam bearbeitet und ausführlich besprochen.

Die 8 Unterrichtstage ha­ben ei­nen Um­fang von ins­ge­samt 64 UE (Un­ter­richts­ein­hei­ten á 45 Minuten)

Lehrbriefe und Selbstlernmaterialien 

Die vorab zugesendeten Lehrbriefe/Selbstlernmaterialien erleichtern den Einstieg in das jeweilige Themengebiet. So kann die Vorbereitung auf die Präsenzphasen durch freie Zeiteinteilung individuell gestaltet werden. 

Mit Hilfe der Selbstlermaterialien wird auch bei einem heterogenen Teilnehmerfeld mit unterschiedlichen Vorkenntnissen eine einheitliche Ausgangsbasis hergestellt. Durch diese vorbereitende Strukturierung wird die Effizienz und Effektivität der Präsenz-Workshops weiter erhöht. Die Lehrbriefe können zudem als Nachschlagewerk während der gesamten Maßnahme und darüber hinaus genutzt werden.

Der Bearbeitungsaufwand für die Selbst­lern­ma­te­ri­a­li­en entspricht 32 UE (Un­ter­richts­ein­hei­ten á 45 Minuten).

Der für ei­ne Ein­tra­gung als EBM-Be­ra­ter beim BAFA oder als Energieeffizienz-Ex­per­te bei der Dena ma­xi­mal an­re­chen­ba­re Gesamtumfang des Lehr­gangs beträgt 80 UE.