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Dr.-Ing. Claudia Dössereck
Tel.: 0202 / 7495 - 207
Fax: 0202 / 7495 - 228
claudia.doessereck@taw.de



Veranstaltungsort
Technische Akademie Wuppertal
Hubertusallee 18
42117 Wuppertal

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Funktionale und wirtschaftliche Tolerierung von Kunststoffbauteilen

  • Anforderungen der DIN ISO 20457
  • Einflüsse aus Werkstoff und Prozess
  • Abstimmung von Formteil und Werkzeug
  • Qualitätsanforderungen und Formteilqualität
  • Funktions- und kostenbewusst tolerieren nach ISO /GPS

Anmelde-Nr.: 51023001H0

Ort:

Wuppertal

Termin:

Di, 24.11.2020 bis Mi, 25.11.2020,
jeweils 9.00 bis 17.00 Uhr

Gebühr:

EUR 1290,00
(mehrwertsteuerfrei, einschließlich Seminarunterlagen, Pausengetränken und Mittagessen)

Zum Seminar

Funktionale und wirtschaftliche Tolerierung von Kunststoffbauteilen

Kunststoffe verhalten sich anders als Metalle. Maßgebend dafür ist der molekulare Strukturaufbau und die starke Eigen­schafts- und Geometrieabhängigkeit von den Verar­beitungs- (z.B. Schwindung) und Umgebungsbedingungen (z.B. Tempe­ratur, Feuch­tigkeit). Bereits in der Produktkonstruktion gilt es dem entgegen zu wirken, in dem schon bei der Auslegung die spätere Maßbildung durch Prozess und Werkzeug sowie Geometrie­änderungen durch die große Tempe­raturabhängigkeit (Quellen, Nachschwindung) berück­sichtigt werden.
Bei techni­schen Kunststoffbauteilen hat daher die maßliche und geometrische Tolerierung von Formteil und Werkzeug gemäß DIN ISO 20457 erheb­lichen Einfluss auf die Funkti­o­na­lität, Wirtschaft­lichkeit und Serien­tauglichkeit. Aspekte wie das Hüll- oder Unab­hängig­keits­prinzip, Passmaße, die Form- und Lage­tolerierung, Toleranzkompensation, Positionstolerierung, Bezugs­bildung oder die Maßkettentheorie in der Serie haben für eine funktionsgerechte Tolerierung von Kunststoffteilen eine besonders wichtige Bedeutung.
Im Seminar Tolerierung von Kunststoffteilen liegt daher der Fokus auf der Spezi­fi­zierung von techni­schen Formteilen und deren Zusam­menbau zu Baugruppen. Hierauf gilt es das Werkzeug abzustimmen, die Maße zu rekalibrieren und die Geometrieänderungen beherrsch­bar zu machen. Erst die gezeigten Ansätze bieten die Gewähr für eine kostengünstige Herstellung mit einem hohen Quali­täts­an­spruch.

Seminarinhalt:

Funktionale und wirtschaftliche Tolerierung von Kunststoffbauteilen

  • Aktuelles Normenwerk zur Bemaßung- und Toleranzbildung von Kunststoffen
  • 4Besondere Eigenschaften von Kunststoffen
    Einflüsse aus Alterung, Kriechen, Quellen, Relaxation, Verarbeitungs- und Nachschwindung, Tempern
  • Maß- und Toleranzanforderungen an technische Bauteile
    Herstell- und Montierbarkeit, einhaltbare Solleigenschaften, geometrische Toleranzen, Allgemeintoleranzen nach DIN ISO 20457, spanende Bearbeitung nach ISO 15860
  • Formteilqualität Bedeutung der Toleranzen und deren Kostenpotenzial
    Gratrippen, Auswerfermarken, Einfallstellen, Formschrägen, Oberflächenversatz
  • Maßabweichungen bei der Herstellung
    Maßbildung beim Urformen, erreichbare Genauigkeiten beim Pressen, Prägen und Gießen sowie Extrudieren, Maßbildung beim Umformen und bei der spanenden Bearbeitung
  • Maßtoleranzen für formgebende Werkzeuge
    Berücksichtigung der Verarbeitungsschwindung, Ermittlung des Werkzeug-Nennmaßes, Abstimmung von Innen- und Außenmaße, Definition von Mittenmaße
  • Nicht formstabile Teile nach ISO 10579-NR
    Toleranzen für Gummibauteile, Grenzmaße für form­gebundene und nichtformgebundenen Maße, zulässige Form- und Lagetoleranzen, Symbolik für freien Zustand bzw. Einbausituation
  • Prinzipien der Formteiltolerierung
    Maßeintragungen für Formteile nach ISO 10135, Maß- und Geometrietoleranzen, notwendige Bezüge nach ISO 5459, Positionstolerierung nach ISO 5458, dimensionelle Tolerierung von Stufen und Abstandsmaßen
  • Form- und Lagetoleranzen für Formteil und Werkzeug
    Entstehung von Form-, Profil- und Lagetoleranzen, Überprüfung von Toleranzangaben (Taylor’scher Prüfgrundsatz)
  • Tolerierungsprinzipien und Tolerierungsgrundsätze
    Minimum-/Maximum-Materialzustände, Kompensations­prinzipien nach ISO 2692 (Maximum-/Minimum-Material-Bedingung, Reziprozitätsbedingung)
    Unabhängigkeitsprinzip nach ISO 8015, Hüllprinzip nach ISO 14405, Aufheben der Hülle, Kombination mit Kompensationsprinzipien (M, L, R)
  • Garantieren der Passungsfunktionalität
    Passung nach dem Hüll- und Unabhängigkeitsprinzip, Hüllbedingung
  • Auslegung von Bauteilen nach der ISO 20457
    Auswahl von Allgemeintoleranzen,
    funktions-, fertigungs- und qualitätsgerechte Auslegung

Teilnehmerkreis (m/w/d):

Konstrukteure, Fertigungsplaner, QM-Mitar­beiter aus Maschi­nenbau, Fahrzeugbau, Gerätebau, weißer & brauner Ware

Ihr Seminarleiter:

Prof. em. Dr.-Ing. Bernd Klein, Beratender Ingenieur, Calden
Er leitete 28 Jahre das Fachgebiet Leichtbau an der Universität Kassel, ist Autor mehrerer Fachbücher und leitete 15 Jahre den Arbeitskreis Entwicklung und Konstruktion beim VDI.

Art der Präsentation:

Vortrag, Beispiele, Diskussion von Fallstudien.
Selbstständige Tolerierung von Musterbauteilen.

Ähnliche Veranstaltungsthemen:

  • Form- und Lagetoleranzen nach GPS-Standards definieren und berechnen - Toleranzmanagement aufbauen > Info

  • Konstruktive Grundlagen für das Design von Kunststoffbauteilen > Info

  • Erfolgreiches Konstruieren von Kunststoffteilen > Info

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