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Energiewende: intelligente Lösungen für Verteilnetze unverzichtbar

Wuppertal, 22. Juni 2012. „Smart Grids - Hype oder Vision?": Unter diesem Motto hatten die Technische Akademie Wuppertal (TAW) und der VDE Bezirksverein Bergisch-Land zum 8. VDE / TAW Elektrotechnikforum eingeladen. Rund 80 Teilnehmer informierten sich am 21. Juni in der TAW über aktuelle Entwicklungen und Feldtests. Die Meinung der Experten war eindeutig: Wenngleich technische Probleme noch gelöst werden müssen, sind intelligente Verteilnetze in Zukunft unverzichtbar.

Energiewende, Verbraucher mit hohem Leistungsbedarf, eine ständig wachsende Anzahl dezentraler Einspeiser: Die Anforderungen an die Verteilnetze in Deutschland haben sich dramatisch und grundlegend verändert. Der Ausbau zu sogenannten intelligenten Netzen gilt als Lösung für die Zukunft. Im Rahmen des 8. VDE / TAW Elektrotechnikforum rückten hochkarätige Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft diese Smart Grids in den Mittelpunkt und berichteten über aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze. Zudem informierten sie die rund 80 Teilnehmer, unter anderem von Netzbetreibern sowie von Unternehmen aus den Bereichen Energie, Forschung, Elektro- und Energietechnik, über einen aktuellen Feldtest.

In Anspielung auf den Veranstaltungstitel stellte Jens Nordmann, Produktmanager für elektrotechnische Seminare bei der TAW und Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim VDE-Bezirksverein Bergisch-Land, gleich zu Anfang klar: „Wenn wir über Smart Grids diskutieren, geht es eigentlich weniger um die Frage, ob es sich um Hype oder Vision handelt. Intelligente Lösungen für Verteilnetze sind schlichtweg unverzichtbar für die Energiewende." Allerdings gelte es hierbei, zwei wesentliche, bisher offene technische Probleme zu lösen, wie Markus Zdrallek, Professor am Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik der Bergischen Universität Wuppertal, ausführte: „Zum einen müssen geeignete Speicher entwickelt werden, um den regenerativen Strom zu speichern, wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht. Zum anderen fehlt es an geeigneten Netzstrukturen." Die bestehenden Versorgungsnetze seien für die veränderte Aufgabenstellung aufgrund der Energiewende nicht gebaut worden. So komme es beispielsweise gerade bei Mittel- und Niederspannungsnetzen immer wieder zu Ausfällen aufgrund zu hoher Einspeisung, beispielsweise durch Photovoltaik.

„Die zunehmende Flexibilisierung der Versorgungsnetze, mit gestiegenen Anforderungen, erfordert intelligente Lösungen für die Automatisierung, Fernsteuerung und Fernüberwachung", ergänzte Wolfgang Friedrich von der Helmut Mauell GmbH. Das Unternehmen zählt zu den Marktführern im Bereich der Stationsleittechnik für Hoch- und Höchstspannungsnetze und entwickelt derzeit gemeinsam mit der Bergischen Universität Wuppertal und weiteren Industriepartnern eine neue Steuerungstechnik. Die Systemlösung regelt Einspeisung und Verbrauch und greift in kritischen Belastungssituationen autark ein. „Mit dieser kostengünstigen Überwachungs- und Regelungsintelligenz lässt sich eine sichere Betriebsführung des Netzes dauerhaft ermöglichen", erläuterte Zdrallek. Im Ergebnis heißt das, dass deutlich mehr Photovoltaik-Anlagen an das bestehende Verteilnetz angeschlossen werden können - ohne kostenintensiven Netzausbau. Die Praxistauglichkeit wurde in einem großangelegten Feldversuch in Frankfurt erwiesen, weitere Installationen sollen in Kürze in Ratingen und Leverkusen erfolgen.

Zum Abschluss der Veranstaltung zog Jens Nordmann ein positives Resümee: „Das Forum bot viele Informationen zu aktuellen Entwicklungen im Bereich „Smart Grids"und diente dem intensiven Dialog und Erfahrungsaustausch. Mit Smart Grids haben wir wieder einmal ein hochaktuelles Thema aufgegriffen." Auch über das VDE / TAW Elektrotechnikforum hinaus rückt die TAW das Thema Erneuerbare Energien in den Fokus. Das Weiterbildungsinstitut plant, zukünftig das Seminarangebot in diesem Bereich noch weiter auszubauen.

Bilder vom Forum

8. VDE / TAW Elektrotechnikforum

Diskutierten die Bedeutung von Smart Grids: Nils Neusel-Lange, Christian Oerter und Professor Markus Zdrallek, alle Bergische Universität Wuppertal, Wolfgang Friedrich, Helmut Mauell GmbH, und Jens Nordmann, Technische Akademie Wuppertal e.V.

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