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Technische Akademie Wuppertal zeigt Trends in der betrieblichen Weiterbildung auf „Lernen wird immer wichtiger im Berufsleben - hat aber seinen Glamour verloren"

Wuppertal, 28. Mai 2013. „Noch vor zehn Jahren durften Arbeitnehmer auf Vorrat lernen - heute geht es vor allem darum, konkrete Defizite auszugleichen und das Gelernte idealerweise am Tag nach der Weiterbildung in die Betriebspraxis umzusetzen", sagt Erich Giese, seit 25 Jahren bei der Technischen Akademie Wuppertal (TAW), die letzten 22 Jahre als Vorstand.

Fokus aufs Wesentliche - nachfrageorientierte Weiterbildung

Zwei wesentliche Entwicklungen stellt der Ökonom in der Weiterbildungslandschaft fest: Zunächst habe sich der Markt von einem angebots- zu einem nachfrageorientierten System gewandelt. „Ende der 80er wurden uns unsere Seminarangebote aus der Hand gerissen", erzählt Giese. „Heute erarbeiten wir in Qualitätszirkeln und Arbeitskreisen mit ausgewählten Kunden gemeinsam, welche Problemlöser die Kunden und ihre Mitarbeiter benötigen. Darauf schneiden wir exakt die Angebote zu." Denn die wirtschaftliche Situation zwinge die meisten Betriebe, auf Luxuslernen zu verzichten und Weiterbildung punktgenau einzusetzen. Fünftägige Veranstaltungen gebe es kaum noch. Stattdessen seien Tagesseminare gefragt, möglichst in Wohnortnähe, um zusätzliche Reisekosten und Spesen zu vermeiden. Insgesamt würden die Teilnehmer heutzutage stärker gefordert: „Die meisten Lernenden bringen ihre Freizeit ein, während das Unternehmen die Veranstaltungskosten trägt. Das hätten Betriebsräte früher verhindert", berichtet Giese.

Bedeutung des Lernens steigt - auch für kleinere Unternehmen

Gleichzeitig wird laut Giese das berufsbegleitende Lernen immer wichtiger. „Klassische Erwerbsbiografien à la Schule, Berufsbildung und dann derselbe Job bis zur Pensionierung verlieren an Bedeutung", weiß der Vorstand. Künftig komme nach Schule und Berufsausbildung der Job, dann Weiterbildung, ein anderer Job, neue Qualifikationen, mitunter Selbstständigkeit, vielleicht Zeiten der Arbeitslosigkeit, wieder Weiterbildung und so fort. „Schon heute wechseln Angestellte im Schnitt vier Mal den Arbeitsplatz", so Giese. Die TAW setzt daher darauf, ihr Seminarangebot kontinuierlich zu spezialisieren und passgenau zuzuschneiden. Parallel spricht das renommierte Unternehmen auch solche Firmen an, die ihre Mitarbeiter bislang kaum weiter qualifizieren ließen. „Auch Unternehmen mit weniger als 200 Mitarbeitern sind heutzutage darauf angewiesen, in Weiterbildung zu investieren, zum Teil mit Hilfe der Bildungsschecks des Landes Nordrhein-Westfalen", erklärt Giese. „Wir erreichen auf diese Weise eine neue Klientel, die sich ebenfalls gut für den beginnenden Fachkräftemangel aufstellen muss."

Reaktionsgeschwindigkeit gefragt

Und nicht zuletzt profitiert die TAW von der zunehmenden Geschwindigkeit des Bildungsgeschäfts. „Der Planungshorizont in Personalabteilungen hat sich in den letzten Jahren deutlich verkürzt. Die Folge für Weiterbilder sind kurzfristige Buchungen und Stornierungen auf die letzte Minute. Kleinere Anbieter können weder Dozenten noch Räumlichkeiten so rasch und flexibel organisieren und zur Verfügung stellen wie wir", sagt Giese. Zum 65. Geburtstag blickt die Technische Akademie Wuppertal optimistisch in die Zukunft. „Wir haben uns stabil aufgestellt, stehen am Markt für eine erwiesen gute Qualität und sind innovativ genug, um Trends - wo immer sinnvoll - zu adaptieren und in unser Konzept zu integrieren."

 

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