Frühstück mit Biss

TAW startet Netzwerk-Plattform für Einkaufsleiter

Wuppertal, 28. März 2014. Etwa jede fünfte Bestellung in der produzierenden Industrie geht am Einkauf vorbei. Die IT-Abteilung bestellt Hard- und Software und das Marketing bucht Agentur- und Beratungsleistungen. Maverick Buying – so der Fachbegriff für den „wilden Einkauf“ – ist für viele Unternehmen Alltag. Die Folgen sind oft gravierend: unnötig hohe Lieferantenzahlen, verschenkte Rabatte und überhöhte Kosten. Das erste Einkaufsleiter-Frühstück in der Technischen Akademie Wuppertal (TAW) widmete sich jetzt diesem Thema.

Zur Premiere tauschten sich 24 Einkaufsprofis am 19. März in den Räumen der TAW in Wuppertal aus. Das zweistündige Treffen bot den Einkäufern die Chance, ein aktuelles Fachthema im Expertenkreis zu diskutieren, zwanglos ihr Netzwerk auszubauen und gemeinsam die beste Einkaufspraxis zu formulieren. „Das positive Feedback bestärkt uns, Fachkreisen Plattformen zum Meinungsaustausch anzubieten“, erklärt Simon Oesterwalbesloh, Leiter der TAW-Akademie für Einkauf und Logistik (AfE). Die TAW veranstaltet – über ihr Seminarangebot hinaus – Tagungen, Vortragsreihen und Workshops zu Themen wie Personalmanagement und Unternehmensentwicklung.

Die AfE und die Unternehmensberater von SMC - Sourcing Management Consultants haben das Einkaufleiter-Frühstück entwickelt, um in angenehmer Atmosphäre über aktuelle Einkaufsthemen, wie Maverick Buying, zu diskutieren. Dr. Klaus-Peter Witthüser, Partner bei SMC, berichtete in seinem Impuls-Referat aus der Einkaufspraxis: „In vielen Fachabteilungen, besonders im indirekten Einkauf, haben sich ‚Einkaufsspezialisten’ etabliert, die abseits der regulären Beschaffungsprozesse ihr Eigenleben entwickeln. Firmenchefs sollten deshalb klare Regeln vorgeben, um diese Missstände abzustellen.“ Ulrich Weigel, Bereichsleiter Einkauf bei der Leica Camera AG, schilderte die Gefahr für Unternehmen. „Maverick Buying ist eine Brutstätte für Monopolisten und unterläuft die Beschaffungsstrategie“, so Weigel. Um einen konkreten Schaden aufzuzeigen, sei es sinnvoll, einzelne kostenintensive, am Einkauf vorbei beschaffte Leistungen nachzuverhandeln und das Ergebnis der Geschäftsführung zu präsentieren. Weigel: „Langfristig sollte aber Ziel sein, als Einkaufsprofi Partner der Fachabteilungen zu werden – ein Vertrauen, das man sich verdienen muss." Dies bestätigte auch Peter Tappe, Einkaufsleiter der AVU Netz GmbH: „Die Mitarbeit der Bedarfsträger bei der Kaufentscheidung ist in der Praxis oft unverzichtbar. Allerdings muss sichergestellt sein, dass der Einkauf den Prozess steuert und letztlich für Preis und Konditionen verantwortlich ist.“

Für das nächste Einkaufsleiter-Frühstück zu einem aktuellen Thema aus dem Beschaffungsmanagement laden AfE und SMC in Kürze erneut nach Wuppertal ein.