„Gut zu sein, reicht heute nicht mehr aus. Deshalb bin ich hier: Die TAW bringt mich
WEITER DURCH BILDUNG

Qualitätssicherung im Wandel - Herausforderungen für KMU

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Macht ein Managementsystem für Arbeits- und Gesundheitsschutz die Arbeitswelt sicherer?
Managementsysteme für Arbeits- und Gesundheitsschutz nach ISO 45001 können helfen die Arbeitsbedingungen weltweit zu verbessern. Doch Arbeits- und Gesundheitsschutz entsteht nicht nur auf dem Papier. Schulung und Praxistraining müssen Risiken bewusst machen und Verhaltensweisen nachhaltig festigen.

Nach einer Berechnung der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) aus 2017 sterben jährlich 2,78 Mio. Menschen an den Folgen von Krankheiten oder Verletzungen, die durch ihre Arbeit verursacht wurden. Mit dem Projekt "VISION ZERO FUND - Achieving a world without occupational accidents and diseases" arbeite die ILO an dem Ziel, diese Zahl signifikant zu senken. Dabei liegt der initiale Fokus auf Pilotprojekten in der Agrarprodukte- und Bekleidungsindustrie in Niedriglohnländern.

Um diese Situation grundlegend zu verbessern, ist der erste Schritt unumstritten die weltweite Schaffung gesetzlicher Regelungen zum Arbeitsschutz und die Einrichtung von Kontrollbehörden, die deren Einhaltung überwachen. Jedoch darf man auch den Einfluss privater und öffentlicher Arbeitgeber in der gesamten Wertschöpfungskette nicht unterschätzen. Denn der zweite Schritt findet in den Unternehmen selbst statt, wo durch theoretisches und praktisches Training ein hoher Grad an Arbeitssicherheit erreicht und kontinuierlich verbessert werden kann. Zusätzlich können feste und verlässliche Organisationsstrukturen durch Dokumentation und Monitoring Lernprozesse unterstützen und Verhaltensweisen langfristig festigen.

So kann jedes Unternehmen aktiv daran mitarbeiten, die erschreckende Zahl an Todesopfern nachhaltig zu senken, indem es heute an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen weltweit mitwirkt. Dazu gehört auch die Unterstützung der eigenen, globalen Lieferkette um Arbeits- und Gesundheitsschutz auch in Niedriglohnländern zu verbessern. Lieferantenaudits und interne Audits von internationalen Niederlassungen können helfen Gefahrenpotentiale aufzudecken und das Verständnis aller Beteiligter zu erhöhen. So können gesundheitliche Risiken für Mitarbeiter früh erkannt und behoben werden.

Bis März 2018 war die OHSAS 18001 (Occupational Health and Safety Assessment Series) die Standardnorm für jeden, der sein Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagementsystem professionell organisieren und extern zertifizieren lassen wollten. OHSAS 18001 wurde 2007 als britische Norm veröffentlicht und in den folgenden Jahren in mehr als 80 Ländern als Standard erhoben. Nun wird dieser Standard mit einer Übergangsfrist von 3 Jahren durch eine internationale Norm, die ISO 45001, ersetzt.

Ein Arbeits- und Gesundheitsmanagementsystem nach ISO 45001 unterscheidet sich in Terminologie und Struktur kaum von den bekannten Systemen, wie ISO 9001 für Qualitätsmanagement und ISO 14001 für Umweltmanagement, hat jedoch in der Umsetzung häufig einen größeren Bezug zur Praxis. Gleichermaßen lässt es sich auf Grund der bereits bekannten High-Level-Structure (HLS) problemlos mit anderen Managementsystemen kombinieren. Die Norm enthält eine Anzahl von Anforderungen, die spezifische Fähigkeiten und Kenntnisse im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz erfordern. Sollen Audits in diesem Bereich effektiv sein, müssen sie Arbeitsschutzkonzepte und Schutzeinrichtungen berücksichtigen und die Einhaltung gesetzlicher Regelungen vor Ort begutachten. Ein sicherer Arbeitsplatz entsteht nicht nur auf dem Papier.

Die Technische Akademie Wuppertal e. V. (www.taw.de) beginnt ab Herbst 2018 mit Lehrgängen und Seminaren zur ISO 45001 und setzt dabei auf Dozenten mit jahrelanger Praxiserfahrung sowohl im Bereich Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit als auch in der Einführung und Pflege von Managementsystemen. Ziel ist es, Teilnehmern aus allen Branchen das notwendige Wissen zu vermitteln, um ihr Unternehmen auf eine Zertifizierung nach ISO 45001 vorzubereiten oder einen Übergang von OSHAS18001 auf ISO 45001 zu begleiten. Denn wenn ein Managementsystem für Arbeits- und Gesundheitsschutz gelebt und verbessert wird, trägt es mindestens indirekt dazu bei, die Zahl der arbeitsbedingten Krankheiten und Verletzungen zu verringern und damit Leben zu retten.

Eine Übersicht unserer Seminare zum Thema ISO 45001 finden Sie hier.