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Interview mit RA Wolfgang Breuer zum Thema Insovenzrecht

RA Wolfgang Breuer, Fachanwalt für Steuer- und Insolvenzrecht, Köln. Insolvenzverwalter, Sanierungsberater, Mitglied im Arbeitskreis für Insolvenz- u. Schiedsgerichtswesen e. V., Fachbuchautor: u.a. Insolvenzrechts-Formularbuch, Münchner Kommentar zur Insolvenzordnung über das „Insolvenzrechts-Formularbuch“ und die Zusammenarbeit mit der TAW.

TAW: Herr Breuer seit mehr als 15 Jahren sind Sie als Dozent für die TAW tätig. Was schätzen Sie besonders an der Zusammenarbeit mit unserem Haus?

WB: Ich schätze an Ihrem Haus vor allem die angenehme Atmosphäre, die stets bestmögliche Betreuung der Seminarteilnehmer wie auch der Referenten. Hervorzuheben ist weiterhin die sehr gute Koordination und Organisation der Seminare.

TAW: Wie ist die Zusammenarbeit damals mit der TAW entstanden?

WB: Die Zusammenarbeit mit der TAW erfolgte seinerzeit auf Empfehlung eines ehemals als Referent tätigen Konkursrichters. Bei dieser Gelegenheit lernte ich den leider zwischenzeitlich verstorbenen Horst-Walter Bleicher kennen, einen von mir sehr geschätzten Seminarkoordinator, der mir gerade am Anfang meiner Referententätigkeit wertvolle Ratschläge zu Vortragsart und Vortragsinhalten gab.

TAW: An welches Ihrer ersten Seminare bei der TAW erinnern Sie sich noch besonders gut und warum?

WB: Bei meinen ersten Seminaren war die Insolvenzordnung gerade in Kraft getreten, so dass es hierzu kaum Rechtsprechung und Literatur gab. Ich habe dann gemeinsam mit den Teilnehmern, quasi rechtsfortbildend, eine Auslegung bestimmter Vorschriften vorgenommen, die dann auch teilweise von der Rechtsprechung bestätigt wurden.

TAW: Das „Insolvenzrechts-Formularbuch“ erscheint jetzt bereits in der 3. Auflage. Können Sie kurz erklären, worum es in diesem Buch geht?

WB: Die gewählte Form einer Formularsammlung mit kommentierenden Anmerkungen soll dem Leser möglichst rasch einen Einblick in die Zusammenhänge der Insolvenzabwicklung verschaffen und die Einhaltung notwendiger Förmlichkeiten erleichtern (etwa bei Forderungsanmeldungen oder der Durchsetzung von Sicherungsrechten). So beschränkt sich das Werk nicht nur auf die Tätigkeit eines Insolvenzverwalters, sondern berücksichtigt im Besonderen die Belange der Gläubiger.

TAW: Inwiefern hat sich die Thematik in den letzten Jahren verändert? (Gab es eine Entwicklung / Veränderung der Rechtssprechung)?

WB: Die „Dauerbaustelle Insolvenzordnung“ ist in der rechtspolitischen und wissenschaftlichen Diskussion sprichwörtlich geworden. So sind seit der Einführung der Insolvenzordnung am 1.1.1999 ca. 40 Änderungen der InsO erfolgt, zuletzt durch das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) vom 7.12.2011 und das Gesetz zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens vom 15.02.2013. Tendenziell ist festzustellen, dass die sog. Vorsatzanfechtung (§ 133 InsO) mehr und mehr an Bedeutung gewonnen hat, wonach Rechtshandlungen eines insolventen Schuldners, die er in den letzten zehn Jahren vor Antragstellung vorgenommen hat, von einem Insolvenzverwalter angefochten werden können. Hierzu sind vom Bundesgerichtshof zahlreiche Entscheidungen ergangen.

TAW: Wie haben sich die jährlichen Unternehmensinsolvenzen in Deutschland in den letzten Jahren entwickelt?

WB: Die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen ist konjunkturell seit mehreren Jahren rückläufig. So betrugen diese im Jahr 2014 24.085, wo hingegen sie in 2010 noch bei 31.898 lagen.

TAW: Welche Unternehmen bzw. Zielgruppen sind vorwiegend von dem Thema betroffen? Wer beschäftigt sich mit den im Buch bzw. im Seminar behandelten Inhalten?

WB: Von dem Thema betroffen sind bei Unternehmensinsolvenzen vor allem die verarbeitenden Gewerbebetriebe, bei Verbraucherinsolvenzen die Energieversorger. Zielgruppe der Seminarveranstaltungen und des Buches sind in der Hauptsache Mitarbeiter der Debitorenbuchhaltung und des Finanzwesens, aber auch solche der Rechtsabteilungen.

TAW: Wann ist das Thema Insolvenz besonders von Bedeutung?

WB: Die Thematik der Insolvenz tritt bereits dann auf, wenn etwa Zahlungsziele vom Kunden nicht eingehalten werden oder aber eine zwangsweise Forderungsbeitreibung erforderlich wird. Hier besteht stets die Gefahr der Insolvenzanfechtung. Besondere Relevanz erlangt das Insolvenzrecht beim Umgang mit dem (vorläufigen) Insolvenzverwalter, der Forderungsanmeldung und bei der Durchsetzung von Sicherungsrechten.

TAW: Regelmäßig bieten wir in Wuppertal Termine zu weiteren Insolvenzrechtseminaren an. Worauf können sich die Seminarteilnehmer an diesen Tagen freuen?

WB: Auf eine stets praxisbezogene Darstellung der Gläubigerbelange unter reger Einbeziehung der Teilnehmer und gemeinsamer Diskussion auftretender Einzelfragen.

Profitieren Sie in unseren Seminaren vom reichen Erfahrungsschatz unseres Experten, Rechtsanwalt Wolfgang Breuer.