Lehrgang

Praxis des Arbeitsrechts für Personalmanager und Führungskräfte

Überblick

Der Lehrgang „Praxis des Arbeitsrechts” bietet Nicht-Fachleuten die Möglichkeit, sich berufsbegleitend eine systematische Einführung in das Arbeitsrecht, seine aktuellen Fragestellungen und die neueste Rechtsprechung zu verschaffen. 

Sie lernen in unserem Lehrgang, arbeitsrechtliche Probleme zu erkennen, richtig zu beurteilen aber auch zu entscheiden, wann externer juristischer Rat benötigt wird. Diese Kenntnisse erleichtern Ihnen Ihre Tätigkeit in der Personalabteilung bzw. als Führungskraft und sorgen für die rechtssichere Durchführung von Personalmaßnahmen. Damit wird der faire Umgang mit Mitarbeitern und dem Betriebsrat gesichert, der gute Ruf eines Unternehmens ausgebaut und zugleich das Kostenrisiko im Falle eines Gerichtsprozesses minimiert. 

Verschaffen Sie sich bei uns das arbeitsrechtliche Anwenderwissen, um die im betrieblichen Alltag auftretenden Praxisherausforderungen kompetent und fehlerfrei zu bewältigen.

Im Detail

Inhalte
  • Grund­la­gen des Arbeits­rechts
    • Rechtsquellen: Grundgesetz, Gesetze und Verordnungen, Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen, Rangregeln für die Lösung der Konkurrenz zwischen mehreren Rechtsquellen
    • Grundbegriffe: Abgrenzung des Arbeitnehmers zum freien Mitarbeiter, leitende Angestellte, arbeitnehmerähnliche Personen, Telearbeit, Leiharbeit, neue Formen im Zeitalter der Digitalisierung
  • Arbeits­ver­trags­recht
    • Anbah­nung des Arbeits­ver­trags: 
      Diskriminierungsverbote bei Stellenausschreibungen, ärztl. Einstellungsuntersuchungen, psychologische Tests, Fragerechte und Offenbarungspflichten
    • Abschluss des Arbeits­ver­trags
    • Pflich­ten des Arbeit­neh­mers: Arbeitspflicht, Nichterfüllung - Schlechtleistung; Befreiung von der Arbeitspflicht, Haftung des Arbeitnehmers, Mankohaftung
    • Pflich­ten des Arbeit­ge­bers:
      Vergütungszahlung, Mindestlohn, Sonderzahlungen, Ausgleichsquittung, Lohnzahlung bei Krankheit, Erholungsurlaub, Verletzung der Arbeitgeberpflichten
  • Teil­zeit­be­schäf­ti­gung
    • Teil­zeit nach dem TzBfG: 
      Diskriminierungsverbot, Rückkehr zur Vollzeit, Brückenteilzeit, Abrufarbeit und Arbeitsplatzteilung
    • Teil­zeit wäh­rend der Eltern­zeit:
      Fort­set­zung der bis­he­ri­gen Teil­zeit wäh­rend der Elternteilzeit, Ablehnung des Teilzeitantrags durch den Arbeitgeber
  • Befris­tung:
    • nach § 14 TzBfG: Sachgrundlose Befristungen und Sachgrundbefristungen, Folgen unwirksamer Befristung, Doppelbefristung, Entfristungsklage
    • nach § 21 BEEG
    • nach WissZeitVG
    • nach PflegeZG
  • Die Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses
    • Aufhebungsvertrag: steuerrechtliche Behandlung von Abfindungen, sozialversicherungssrechtliche Folgen, Aufklärungspflichten des Arbeitgebers, Anfechtbarkeit
    • Kündigung: Kündigungserklärung, Form der Kündigung, Änderungskündigung und Versetzung
    • Außerordentliche (fristlose) Kündigung: Wichtiger Grund, Zwei-Wochen-Frist
    • Ordentliche Kündigung: Kündigungsfristen und Voraussetzungen des KSchG
    • Kündigungsschutz außerhalb des KSchG
    • Kündigungsschutz nach dem KSchG: betriebsbedingte, personenbedingte, verhaltensbedingte Kündigung; krankheitsbedingte Kündigung, betriebliches Wiedereingliederungsmanagement, Abmahnung, soziale Auswahl
  • Kün­di­gungs­schutz besonderer Personengruppen
    • Mut­ter­schaft: 
      Gechützter Personenkreis, Dauer des Kündigungsverbots, Ausnahme vom Kündigungsverbot, Elternzeit
    • Schwerbehinderte Menschen: Geschützter Personenkreis, gleichgestellte behinderte Menschen, Umdeutung, Klagefrist
    • Pflegezeit
    • Berufsausbildungsverhältnis: Aufhebungsvertrag, Kündigung, Schadensersatz, Weiterarbeit
  • Betriebs­ver­fas­sung
    • Über­sicht über die Betei­li­gungsrechte: 
      Mitbestimmungsrechte im engeren Sinne, Zustimmungs- und Anhörungsrechte des Betriebsrats, Sicherung der Beteiligungsrechte, Unterlassungsanspruch des Betriebsrats
    • Mit­be­stim­mung in sozialen Ange­le­gen­hei­ten: 
      die einzelnen Mitbestimmungsrechte: Flexible Arbeitszeit, Kurzarbeit, Überstunden, Arbeitssicherheit, Lohngestaltung, etc.
    • Mit­wir­kung des Betriebs­rats bei personellen Einzel­maßnahmen:
      Einstellung, Ein- und Umgruppierung, Versetzung
    • Betei­li­gung des Betriebs­rats bei Kün­di­gungen:
      Widerspruch, außerordentliche Kündigung von Betriebsratsmitgliedern, leitende Angestellte
    • Betei­li­gung des Betriebs­rats bei wirtschaftlichen Ange­le­gen­hei­ten: 
      Wirtschaftsausschuss, Betriebsänderungen, Interessenausgleich, Sozialplan
  • Aktu­elle Gesetzesänderungen und
     neueste Recht­spre­chung
  • Mitarbeiter/innen im Personalbereich: Personalleiter, HR Business Partner, Personalreferenten, Leiter Personalentwicklung, usw. 
  • Führungskräfte und Mitarbeiter/innen mit Personalverantwortung
  • Brigitte Göttling,
    Präsidentin des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf

 Der berufsbegleitende Zertifikats-Lehrgang mit Präsenzphasen und Lehrbriefen ist auf die besonderen Belange Berufstätiger ausgerichtet. Präsenzphasen mit Workshop-Charakter bilden den Mittelpunkt des Zertifikats-Lehrgangs und dienen der praxisorientierten Umsetzung und Vertiefung der in den vorbereitenden Lehrbriefen/Selbstlernmaterialien gelegten Grundlagen.

Lehrbriefe und Selbstlernmaterialien geben einen Überblick über das jeweilige Themengebiet. So ist eine Vorbereitung auf die Präsenzphasen möglich, die bei freier Zeiteinteilung individuell gestaltet werden kann. 

Workshopinhalte:

  • Praxisbezogene Umsetzung und Vertiefung der in den vorbereitenden Lehrbriefen gelegten Grundlagen
  • Bearbeitung aktueller Praxis-Fälle unter Berücksichtigung der neuesten Rechtsprechung
  • Diskussion und Erfahrungsaustausch
  • Gruppenarbeit

Sie erhalten eine aktuelle Ausgabe der dtv-Arbeitsgesetze.

Falls vorhanden, bringen Sie bitte eine aktuelle Sammlung "Arbeitsgesetze" mit, z.B. Arbeitsgesetze, dtv.

Nach er­folg­reich ab­ge­leg­ter Ab­schluss­prü­fung (Fall­stu­di­en­be­ar­bei­tung) er­hal­ten die Teil­neh­mer ein Zer­ti­fi­kat mit de­tail­lier­ter Auf­lis­tung der ver­mit­tel­ten Sach­ge­bie­te.

Der berufsbegleitende Zertifikats-Lehrgang mit Präsenz­phasen und Lehrbriefen ist auf die besonderen Belange Berufstätiger ausgerichtet. 

Präsenzphasen

Drei Prä­senz­phasen mit Work­shop-Cha­rak­ter, die durch ein Selbst­stu­di­um vorbereitet wer­den, bil­den den Mit­tel­punkt des Zertifikats-Lehr­gangs und die­nen der praxisorientierten Umset­zung und Ver­tie­fung der in den vor­be­rei­ten­den Selbst­lern­ma­te­ria­li­en geleg­ten Grund­la­gen. Die Bear­bei­tung kon­kre­ter Pra­xis­pro­ble­me, die Dis­kus­si­on und der Erfah­rungs­aus­tausch der Teil­neh­mer stel­len den unmittelbaren Bezug zur beruf­li­chen Pra­xis her. Außer­dem kön­nen offene Fra­gen oder kon­kre­te Pro­blem­stellun­gen hier gemein­sam bear­bei­tet wer­den.

Zusätz­li­che Teil­neh­merunterlagen unter­stüt­zen die schnel­le und effektive Umset­zung in der Pra­xis. 

Methoden: 

Vortrag, Diskussion, Erfahrungsaustausch, Gruppenarbeit, praktische Übungen, Fall-Studien

Lehrbriefe und Selbst­lern­ma­te­ri­a­lien

Die vorab zugesendeten Lehr­briefe/Selbst­lern­ma­te­ri­a­li­en erleichtern den Einstieg in das jeweilige The­men­ge­biet. So kann die Vor­be­rei­tung auf die Präsenzphasen durch frei­e Zeit­ein­tei­lung in­di­vi­du­ell ge­stal­tet wer­den. 

Mit Hil­fe der Selbstlernmaterialien wird auch bei einem he­te­ro­ge­nen Teil­neh­merfeld mit unterschiedlichen Vor­kenntnissen eine ein­heit­li­che Aus­gangs­basis hergestellt. Durch diese vorbereitende Struk­tu­rie­rung wird die Ef­fi­zi­enz und Ef­fek­ti­vi­tät der Prä­senz-Work­shops weiter erhöht. Die Lehr­briefe können zudem als Nach­schla­ge­werk wäh­rend der ge­sam­ten Maß­nah­me und da­r­ü­ber hi­n­aus genutzt werden.

Die Be­ar­bei­tungs­zeit für die Lehrbriefe ist in­di­vi­du­ell ver­schie­den und ab­hän­gig von den jeweiligen fachbezogenen Vor­kennt­nis­sen der Teil­neh­mer. Pro Work­shop ist mit einer Vorbereitungszeit von ca. 8 U.-Stun­den à 45 Min. zu rechnen. Übungs­auf­ga­ben er­mög­li­chen ei­ne Selbst­kon­t­rol­le des Lern­fortschritts.