Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie macht 2026 den nächsten großen Schritt: Unternehmen müssen Entgeltstrukturen offenlegen, methodisch überprüfbar gestalten und geschlechtsspezifische Entgeltunterschiede aktiv adressieren. Für HR-Verantwortliche bedeutet das neue Auskunftsansprüche und erweiterte Berichtspflichten.
In diesem Artikel erfahren Sie, was Pay Equity wirklich bedeutet, welche gesetzlichen Anforderungen 2026 gelten, wie Sie Lohngerechtigkeit systematisch umsetzen und warum faire Vergütung nicht nur rechtlich, sondern auch wirtschaftlich und strategisch der richtige Weg ist.
Das Wichtigste in Kürze:
- Pay Equity ist ab 2026 gesetzlich verpflichtend: Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie erfordert, dass Unternehmen Entgeltstrukturen offenlegen, methodisch überprüfbar gestalten und geschlechtsspezifische Entgeltunterschiede aktiv korrigieren müssen.
- Neue Pflichten nach Unternehmensgröße: Ab 200 Beschäftigten gilt Auskunftsanspruch für Mitarbeiter über Vergütungskriterien, ab 500 Beschäftigten bestehen Berichtspflicht zur Gleichstellung und betriebliches Prüfverfahren für Entgeltregelungen.
- Pay Equity erfordert aktives Handeln: Unternehmen müssen bestehende Entgeltunterschiede innerhalb von 12–24 Monaten korrigieren, transparente Vergütungsbänder einführen, standardisierte Bewertungskriterien nutzen und jährliche Pay Equity-Reviews durchführen, um rechtssicher und fair zu vergüten.
Was ist Pay Equity und warum ist es 2026 so wichtig?
Pay Equity (dt. „Lohngerechtigkeit") bezeichnet das Prinzip, dass Frauen und Männer für gleiche oder gleichwertige Arbeit das gleiche Entgelt erhalten müssen. Es geht nicht nur um formale Gleichbehandlung, sondern um die aktive Identifikation und Korrektur geschlechtsspezifischer Verzerrungen in Vergütungsstrukturen.
Der aktuelle Stand in Deutschland
- Der Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern liegt weiterhin bei 21 Prozent
- Mangelnde Transparenz von Entgeltstrukturen ist einer der Hauptgründe für diese Differenz
Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) ist seit 2017 in Kraft, muss aber bis Juni 2026 angepasst werden.
Warum Pay Equity 2026 zum Top-Thema wird
- EU-Richtlinie erfordert Umsetzung: Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie (ETRL) verpflichtet Unternehmen ab 2026 zu neuen Pflichten bei Vergütung, Auskunftsansprüchen und Pay Equity
- Erweiterte Berichtspflichten: Unternehmen müssen Entgeltstrukturen offenlegen und methodisch überprüfbar gestalten
- Aktive Adressierung bestehender Unterschiede: Geschlechtsspezifische Entgeltunterschiede müssen nicht nur gemeldet, sondern aktiv angegangen werden
- Pay Equity an der Spitze der HR-Agenda: Laut Studien setzen Unternehmen klare Prioritäten bei Lohngerechtigkeit
Die gesetzlichen Anforderungen 2026: Was HR jetzt wissen muss
1. Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG)
Das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen soll das Gebot des gleichen Entgelts für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit durchsetzen und ist seit 2017 in Kraft.
Wichtige Regelungen:
- § 3 Abs. 1 EntgTranspG: Verbietet bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit ausdrücklich die unmittelbare oder mittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts im Hinblick auf sämtliche Entgeltbestandteile und Entgeltbedingungen
- § 7 EntgTranspG: Verbietet, für gleiche oder gleichwertige Arbeit wegen des Geschlechts ein geringeres Entgelt zu vereinbaren oder zu zahlen
- Entgeltgleichheitsgebot: Europarechtlich in Art. 157 AEUV verankert
2. Auskunftsanspruch ab 200 Beschäftigten
Arbeitgeber mit mehr als 200 Beschäftigten müssen Mitarbeitern auf deren Anfrage darlegen, nach welchen Kriterien sie bezahlt werden.
Wichtige Details:
- Anspruch besteht seit dem 6. Januar 2018
- Nur, wenn im Unternehmen mindestens 6 Mitarbeiter mit vergleichbaren Positionen existieren
- Bei Benachteiligung kann das zu wenig gezahlte Entgelt rückwirkend verlangt werden
3. Neue Pflichten ab 2026 (EU-Richtlinie)
Die 2023 erlassene EU-Entgelttransparenzrichtlinie erfordert eine Anpassung des Gesetzes bis Juni 2026.
Neue Pflichten:
- Entgeltstrukturen offenlegen: Unternehmen müssen Vergütungssysteme transparent gestalten
- Methodisch überprüfbar machen: Entgeltregelungen müssen systematisch und nachvollziehbar sein
- Bestehende Unterschiede aktiv adressieren: Geschlechtsspezifische Entgeltunterschiede müssen nicht nur gemeldet, sondern korrigiert werden
- Erweiterte Auskunftsrechte: Mitarbeiter erhalten weitere Ansprüche auf Vergütungsinformationen
4. Berichtspflicht ab 500 Beschäftigten
Arbeitgeber mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten, die nach dem HGB zur Erstellung eines Lageberichts verpflichtet sind, müssen einen Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit erstellen.
Der Bericht muss enthalten:
- Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung und Entgeltgleichheit von Frauen und Männern
- Nach Geschlecht aufgeschlüsselte Angaben zur durchschnittlichen Gesamtzahl der Beschäftigten
- Angaben zur durchschnittlichen Zahl der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten
5. Betriebliches Prüfverfahren ab 500 Beschäftigten
Private Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten müssen mithilfe betrieblicher Prüfverfahren ihre Entgeltregelungen und die verschiedenen gezahlten Entgeltbestandteile sowie deren Anwendung regelmäßig auf die Einhaltung des Entgeltgleichheitsgebots überprüfen.
Pay Equity vs. Equal Pay: Der wichtige Unterschied
Viele Unternehmen verwechseln Pay Equity und Equal Pay. Der Unterschied ist entscheidend:
| Begriff | Was es bedeutet | Was es erfordert |
|---|---|---|
| Equal Pay | Gleicher Lohn für gleiche Arbeit | Geschlechtsbezogene Ungleichbehandlung verbieten |
| Pay Equity | Lohngerechtigkeit für gleichwertige Arbeit | Aktive Identifikation und Korrektur geschlechtsspezifischer Verzerrungen |
Equal Pay nach dem EntgTranspG verbietet nur geschlechtsbezogene Ungleichbehandlung. Pay Equity geht weiter: Es erfasst auch andere Formen der Ungleichbehandlung und erfordert aktives Handeln gegen bestehende Unterschiede.
Der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz: Was HR beachten muss
Neben dem geschlechtsbezogenen Equal Pay gilt der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz, der auch andere Formen der Ungleichbehandlung erfasst.
Wann gilt der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz?
- Wenn der Arbeitgeber eine Leistung nach kollektiven Merkmalen gewährt
- Wenn die Leistung aufgrund eines erkennbar generalisierenden Prinzips für Mitarbeiter gewährt wird
- Nicht anwendbar, wenn Leistungen oder Vergünstigungen individuell vereinbart werden
Was bedeutet das für die Vergütung?
Der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz findet im Bereich der Vergütung die größte Bedeutung:
- Sobald ein Arbeitgeber auf der Grundlage eines bestimmten, erkennbaren Systems vergütet, muss er für eine Differenzierung nach Mitarbeitergruppen sachliche Gründe haben
- Bei Entgelterhöhungen darf eine bestimmte Gruppe von Mitarbeitern nur ausgenommen sein, wenn die Gruppenbildung sachlichen Kriterien entspricht und erforderlich sowie angemessen ist
Wann ist eine unterschiedliche Behandlung gerechtfertigt?
Eine unterschiedliche Behandlung ist schon dann gerechtfertigt, wenn der Arbeitgeber sachlich nachvollziehbare Gründe darlegen kann:
- Die Gründe müssen auf vernünftigen, einleuchtenden Erwägungen beruhen
- Arbeitgeber dürfen einzelne Mitarbeiter(-Gruppen) von Gehaltserhöhungen ausnehmen, um bestehende Gehaltsunterschiede auszugleichen und ein einheitliches Lohnniveau sicherzustellen
Schritt-für-Schritt: Wie Sie Pay Equity in Ihrem Unternehmen umsetzen
Schritt 1: Datenbasis schaffen und analysieren
Was zu tun ist:
- Sammeln Sie alle Vergütungsdaten nach Geschlecht, Position, Erfahrung und Leistung
- Erstellen Sie eine Übersicht aller Entgeltbestandteile (Grundgehalt, Bonus, Zulagen, Benefits)
- Identifizieren Sie geschlechtsspezifische Unterschiede in vergleichbaren Positionen
Praxistipp: Nutzen Sie HR-Software mit Pay Equity-Analyse-Modul, um Daten automatisch zu kategorisieren und Unterschiede zu visualisieren.
Schritt 2: Entgeltstruktur transparent machen
Was zu tun ist:
- Definieren Sie klare Vergütungskriterien für jede Position
- Legen Sie verbindliche Gehaltsbänder fest (Minimum, Medium, Maximum)
- Dokumentieren Sie die Gründe für Gehaltsunterschiede (Erfahrung, Leistung, Qualifikation)
Praxistipp: Entwickeln Sie eine transparente Lohnordnung, die für alle Mitarbeiter zugänglich ist.
Schritt 3: Methodisch überprüfbares System einführen
Was zu tun ist:
- Implementieren Sie ein regelmäßiges Prüfverfahren für Entgeltregelungen
- Definieren Sie standardisierte Bewertungskriterien für Positionen
- Erstellen Sie Nachweise für alle Gehaltsentscheidungen
Praxistipp: Führen Sie jährliche Pay Equity-Reviews durch, bei denen alle Vergütungen systematisch überprüft werden.
Schritt 4: Bestehende Unterschiede aktiv korrigieren
Was zu tun ist:
- Identifizieren Sie geschlechtsspezifische Entgeltunterschiede ohne sachliche Gründe
- Planen Sie gezielte Gehaltsanpassungen für benachteiligte Mitarbeiter
- Dokumentieren Sie die Korrekturmaßnahmen
Praxistipp: Setzen Sie einen Zeitraum (z. B. 12–24 Monate) für die schrittweise Korrektur bestehender Unterschiede.
Schritt 5: Auskunftsansprüche vorbereiten
Was zu tun ist:
- Entwickeln Sie ein standardisiertes Verfahren für Auskunftsanfragen
- Erstellen Sie verständliche Erklärungen zu Vergütungskriterien
- Trainieren Sie HR-Mitarbeiter im Umgang mit Auskunftsanfragen
Praxistipp: Legen Sie fest, innerhalb welcher Frist (z. B. 30 Tage) Auskunftsanfragen beantwortet werden müssen.
Schritt 6: Berichtspflicht erfüllen (ab 500 Beschäftigten)
Was zu tun ist:
- Erstellen Sie den Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit
- Sammeln Sie nach Geschlecht aufgeschlüsselte Daten
- Dokumentieren Sie alle Maßnahmen zur Förderung der Entgeltgleichheit
Praxistipp: Nutzen Sie Vorlagen vom BMBFSFJ oder von der Antidiskriminierungsstelle für die Berichterstattung.
Die 5 wichtigsten Instrumenten für Pay Equity
1. Entgeltanalyse
Systematische Überprüfung aller Vergütungen nach Geschlecht, Position und Kriterium.
So funktioniert es:
- Alle Vergütungsdaten nach Geschlecht kategorisieren
- Vergleichbare Positionen identifizieren
- Unterschiede ohne sachliche Gründe erkennen
- Korrekturmaßnahmen planen
2. Vergütungsbänder
Klare Gehaltsrahmen für jede Position mit Minimum, Medium und Maximum.
So funktioniert es:
- Positionen in Grade einteilen (z. B. Graduate, Mid, Senior, Expert)
- Für jeden Grade Gehaltsbänder festlegen
- Bei Gehaltsentscheidungen immer im Band bleiben
- Ausnahmen nur mit dokumentierten sachlichen Gründen
3. Standardisierte Bewertungskriterien
Objektive Kriterien für Gehaltsentscheidungen statt subjektiven Einschätzungen.
So funktioniert es:
- Kriterien definieren: Erfahrung, Leistung, Qualifikation, Verantwortung
- Jeder Kriterium Punkten oder Gewichtungen geben
- Gehaltsentscheidungen auf Basis der Punktesumme
- Subjektive „Lieblings"-Entscheidungen vermeiden
4. Regelmäßige Pay Equity-Reviews
Jährliche systematische Überprüfung aller Vergütungen.
So funktioniert es:
- Jährlich alle Vergütungen nach Geschlecht analysieren
- Unterschiede ohne sachliche Gründe identifizieren
- Korrekturmaßnahmen planen und durchführen
- Ergebnisse dokumentieren und berichten
5. Mentoring für benachteiligte Gruppen
Gezielte Förderung von Mitarbeitergruppen, die sist?matisch schlechter bezahlt werden.
So funktioniert es:
- Benachteiligte Gruppen identifizieren (z. B. Frauen in technischen Positionen)
- Mentoring-Programme für diese Gruppen etablieren
- Karriereentwicklung gezielt unterstützen
- Langfristig Entgeltunterschiede durch bessere Positionierung reduzieren
Wirtschaftliche Vorteile von Pay Equity: Warum faire Vergütung sich lohnt
1. Geringere Wechselkosten
Mitarbeiter, die sich fair bezahlt fühlen, wechseln seltener das Unternehmen. Ein neuer Mitarbeiter kostet zwischen 15.000 und 50.000 Euro (inklusive Rekrutierung, Ausbildung und Produktivitätsverlust).
2. Höhere Mitarbeiterzufriedenheit
Faire Vergütung ist einer der wichtigsten Faktoren für Mitarbeiterzufriedenheit. Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver, engagierter und innovativer.
3. Better Employer Branding
Unternehmen mit fairer Vergütung werden als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen. Das verbessert die Gewinnung neuer Talente, besonders bei Generation Y und Z, die Lohngerechtigkeit als wichtigen Wert sehen.
4. Rechtssicherheit
Pay Equity verhindert Abmahnungen, Klagen und Rückforderungen von zu wenig gezahltem Entgelt. Die rechtlichen Risiken bei unverhältnismäßigen Entgeltunterschieden sind hoch.
5. Geringere Rekrutierungskosten
Wenn interne Talente fair bezahlt und gefördert werden, können Positionen häufig intern besetzt werden. Das reduziert externe Recruiting-Kosten massiv.
Häufige Fehler bei Pay Equity: Was HR vermeiden sollte
1. Nur Daten sammeln, nichts korrigieren
Fehler: Unternehmen analysieren Entgeltunterschiede, aber führen keine Korrekturmaßnahmen durch.
Richtig: Pay Equity erfordert aktives Handeln. Bestehende Unterschiede müssen innerhalb eines definierten Zeitraums korrigiert werden.
2. Subjektive Gehaltsentscheidungen
Fehler: Gehälter werden nach subjektiven Einschätzungen statt nach objektiven Kriterien festgelegt.
Richtig: Verwenden Sie standardisierte Bewertungskriterien und dokumentieren Sie alle Gehaltsentscheidungen.
3. Keine Transparenz
Fehler: Vergütungssysteme sind für Mitarbeiter nicht verständlich oder zugänglich.
Richtig: Entwickeln Sie transparente Lohnordnungen und machen Sie Vergütungskriterien für alle zugänglich.
4. Nur auf Equal Pay fokussieren
Fehler: Unternehmen schauen nur auf geschlechtsbezogene Ungleichbehandlung, ignoriere andere Formen der Ungleichbehandlung.
Richtig: Pay Equity erfasst alle Formen der Ungleichbehandlung. Der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz gilt zusätzlich.
5. Führungskräfte nicht einbinden
Fehler: Führungskräfte werden nicht in Pay Equity-Prinzipien ausgebildet.
Richtig: Integrieren Sie Pay Equity in die Führungskräfteentwicklung und machen Sie es zur KPI für Führung.
Pay Equity und KI: Die neue Realität
KI verändert Pay Equity grundlegend. Neue Tools ermöglichen:
- Automatisierte Entgeltanalysen: KI identifiziert geschlechtsspezifische Unterschiede in großen Datensätzen
- Predictive Analytics: Vorhersage von Pay Equity-Risiken bevor sie entstehen
- Intelligente Vergütungsbänder: KI schlägt optimale Gehaltsrahmen basierend auf Marktdaten vor
- Automatisierte Berichte: KI erstellt Berichte zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit
Wichtig: KI unterstützt, ersetzt aber nicht die menschliche Entscheidung. HR-Verantwortliche müssen weiterhin die Gründe für Gehaltsunterschiede bewerten und Korrekturmaßnahmen planen.
Fazit: Pay Equity ist die Zukunft Ihres Unternehmens
Pay Equity ist kein optionales HR-Projekt – es ist die strategische Grundlage für nachhaltigen Unternehmenswachstum und rechtssichere Vergütung. Unternehmen, die Lohngerechtigkeit systematisch umsetzen, gewinnen im Wettbewerb um Talente, entwickeln zufriedene Teams und vermeiden rechtliche Risiken.
Die wichtigsten Takeaways:
- Pay Equity erfordert aktives Handeln, nicht nur Daten sammeln
- Transparente Vergütungssysteme sind ab 2026 gesetzlich verpflichtend
- Alle Mitarbeiter haben Anspruch auf gleiche Vergütung für gleichwertige Arbeit
- Führungskräfte sind die wichtigsten Pay Equity-Manager
- Erfolg muss messbar sein mit klaren KPIs
Ihr nächster Schritt: Beginnen Sie heute mit der Entgeltanalyse. Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede existieren in Ihrem Unternehmen? Welche Positionen haben die größten Unterschiede? Welche Korrekturmaßnahmen sind notwendig?
Wenn Sie systematisch handeln, werden Sie nicht nur die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, sondern ein Unternehmen schaffen, in dem alle Mitarbeiter fair bezahlt werden, sich wertgeschätzt fühlen und langfristig leisten.
Erfahren Sie mehr zum Thema: Seminar Equal Pay Entgelttransparenz Pflichten
Häufige Fragen zum Thema Pay Equity (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Pay Equity und Entgelttransparenz?
Pay Equity bezeichnet Lohngerechtigkeit für gleichwertige Arbeit und erfordert aktives Handeln gegen geschlechtsspezifische Unterschiede. Entgelttransparenz beschreibt die Offenlegung von Vergütungssystemen für Mitarbeiter. Beide sind durch die EU-Richtlinie ab 2026 verpflichtend.
Wann muss das Entgelttransparenzgesetz angepasst werden?
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie erfordert eine Anpassung des Gesetzes bis Juni 2026. Danach ist das Gesetz um erweiterte Berichtspflichten und Auskunftsrechte zu ergänzen.
Ab wie vielen Beschäftigten gilt die Auskunftspflicht?
Arbeitgeber mit mehr als 200 Beschäftigten müssen Mitarbeitern auf deren Anfrage darlegen, nach welchen Kriterien sie bezahlt werden.
Ab wie vielen Beschäftigten gilt die Berichtspflicht?
Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten, die nach dem HGB zur Erstellung eines Lageberichts verpflichtet sind, müssen einen Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit erstellen.
Was passiert, wenn ich Pay Equity nicht umsetze?
Bei unverhältnismäßigen Entgeltunterschieden können Mitarbeiter das zu wenig gezahlte Entgelt rückwirkend verlangen. Zusätzlich bestehen Risiken von Abmahnungen, Klagen und rechtlichen Verfahren.
Wie viel sollte ein Unternehmen in Pay Equity investieren?
Als Orientierung: 1–2% der Gesamtkosten für Mitarbeiter sind sinnvoll für Pay Equity-Analysen, Korrekturmaßnahmen und Systeme. Für Unternehmen mit 350 Mitarbeitern und 50.000 € Jahresvergütung per Mitarbeiter bedeutet das 350.000–700.000 € über 2–3 Jahre.
Kann ich individuelle Gehaltsverhandlungen auch nach Pay Equity machen?
Ja, individuelle Gehaltsvereinbarungen sind möglich, aber nur mit dokumentierten sachlichen Gründen (Erfahrung, Leistung, Qualifikation). Subjektive „Lieblings"-Entscheidungen ohne Nachweis sind nicht zulässig.



