Zwei Frauen in Businesskleidung sitzen an einem Schreibtisch und besprechen gemeinsam Dokumente in einem Büro
TAW Redaktion - Beitrag vom 30.01.2026

Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025: Wie fit ist der öffentlicher Dienst für die Zukunft?

Der öffentliche Dienst steht vor massiven Herausforderungen: Fachkräftemangel, Digitalisierung und demografischer Wandel fordern eine Modernisierung der Verwaltung. Das Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025 der dbb akademie zeigt: Hohe Veränderungsbereitschaft bei Beschäftigten – doch es fehlen Strukturen und Kompetenzen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hohe Belastung, starke Motivation: Fach- und Führungskräfte sehen Sinn in ihrer Arbeit, klagen aber über Bürokratie und Ressourcenmangel.
  • Digitalisierung stockt: Veraltete Systeme bremsen Fortschritt – Weiterbildung ist Schlüssel zu mehr Effizienz.
  • Fachkräftemangel droht: Ohne gezielte Nachwuchs- und Kompetenzstrategien sinkt die Leistungsfähigkeit.
  • Handlungsbedarf: Wertschätzung stärken, Führung entlasten, Weiterbildung priorisieren.

Vorstellung der Studie: Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025 der dbb akademie: Ein Spiegelbild des öffentlichen Dienstes im Wandel

Mit dem Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025 legt die dbb akademie eine der umfangreichsten Untersuchungen zum Thema Zukunftsfähigkeit im öffentlichen Dienst vor. Mehr als 2.800 Fach- und Führungskräfte aus allen Ebenen und Bereichen der Verwaltung wurden befragt: von der kommunalen Verwaltung über Landesbehörden bis hin zu Bundesinstitutionen.  Die Studie gibt damit ein repräsentatives Bild davon, wie Beschäftigte ihren Berufsalltag erleben – und welche Erwartungen, Herausforderungen und Zukunftsstrategien sie sehen. Der Untersuchungszeitraum fällt in eine Phase massiver Umbrüche: Fachkräftemangel, Generationenwechsel, beschleunigte Digitalisierung im öffentlichen Dienst und der wachsende Druck zur Modernisierung der Verwaltung haben die Rahmenbedingungen grundlegend verändert.

Zentrale Fragestellungen der Erhebung

Im Zentrum standen Fragen wie: 

  • Wie zufrieden sind Fach- und Führungskräfte mit ihren Arbeitsbedingungen? Welche Faktoren hemmen oder fördern ihre Motivation?
  • Wie bewerten sie die Fortschritte der Digitalisierung und Modernisierung?
  • Welche Kompetenzen werden künftig wichtiger – und wie gut sind Beschäftigte darauf vorbereitet?
     

Darüber hinaus beleuchtet das Barometer die Themen Führungskultur, Wertschätzung, Kommunikation, Weiterbildungsbedarf sowie die individuelle Veränderungsbereitschaft der Mitarbeitenden.  Damit bietet die Studie nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern auch eine Art Frühwarnsystem – und liefert praxisnahe Handlungsempfehlungen für Verwaltungen, Bildungsinstitutionen und politische Entscheidungsträger.

Große Herausforderungen – aber auch viel Veränderungsbereitschaft

Die Ergebnisse des Fach- und Führungskräfte-Barometers 2025 lassen keinen Zweifel: Der öffentliche Dienst steht vor großen Herausforderungen. Der demografische Wandel führt zu einem beschleunigten Personalumbruch, die Digitalisierung stellt enorme Anforderungen an Kompetenzen und Prozesse, und der Fachkräftemangel droht zum strukturellen Dauerthema zu werden.  Doch die Studie zeigt auch eine starke positive Seite. Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind weit mehr als Verwalterinnen und Verwalter – sie sehen sich als Gestalter eines sinnvollen gesellschaftlichen Auftrags. Trotz hoher Arbeitsbelastung bekennen sich viele zu Engagement, Lernwillen und Modernisierungsbereitschaft.  Diese Veränderungsbereitschaft bildet das Herzstück der Untersuchung. Denn sie zeigt: Wandel ist möglich, wenn Organisationen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehören offene Kommunikation, flexible Lernformate, gezielte Personalentwicklung und eine Führungskultur, die Eigeninitiative fördert.    

Das Barometer verdeutlicht damit: Der öffentliche Dienst der Zukunft ist keine ferne Vision – er entsteht hier und jetzt, Schritt für Schritt, durch die Menschen, die ihn tragen.

Arbeitszufriedenheit & Co: So erleben Fachkräfte ihren Arbeitsalltag

Ein besonders aufschlussreicher Teil der Studie ist der Blick auf den Arbeitsalltag der Fachkräfte. Viele Beschäftigte betonen die Sinnhaftigkeit ihrer Tätigkeit und die gesellschaftliche Relevanz des öffentlichen Dienstes. Gleichzeitig klagen sie über zu enge Handlungsspielräume, mangelnde Wertschätzung und dauerhaft hohe Belastung.  Die Studie zeigt, dass Klassisches und Modernes hier aufeinandertreffen: traditionelle Verwaltungslogik versus dynamische Serviceorientierung. Kommunikation spielt eine zentrale Rolle. Wo sie offen, transparent und wertschätzend gelebt wird, steigt die Zufriedenheit deutlich.  Dennoch bleibt der Spagat groß – zwischen Pflichtaufgaben, Dokumentationsdruck und dem Anspruch, Prozesse zu vereinfachen und digital zu gestalten. Wichtig: Fachkräfte bringen Potenziale mit, die den Wandel tragen können – von Engagement und Sinnorientierung über Weiterbildungsbereitschaft bis zu einem ausgeprägten Bewusstsein für Gemeinwohl und Verantwortung.

Zwischen Anspruch und Realität: Die Perspektive der Führungskräfte

Auch für Führungskräfte bleibt der Spagat enorm. Sie übernehmen Verantwortung, tragen Reformdruck und sollen zugleich motivieren, entlasten und Vorbild sein. Viele empfinden ihre Einflussmöglichkeiten jedoch als begrenzt. Bürokratische Vorgaben und Ressourcendefizite verhindern oft, dass Ideen in die Tat umgesetzt werden können. 

Trotzdem zeigt das Barometer: Führungskräfte sind wichtige Motoren für Veränderung – wenn sie entsprechende Spielräume erhalten. Gerade in Phasen der Modernisierung der Verwaltung sind Vertrauen, klare Kommunikationswege und Unterstützung in strategischen Fragen unverzichtbar.

Die großen Baustellen: Fachkräftemangel, Bürokratie und Digitalisierung

Der Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst wird in der Studie als zentrales Zukunftsthema identifiziert. Verwaltungsstrukturen geraten zunehmend unter Druck, weil Talente nur schwer zu gewinnen und zu halten sind. Ohne gezielte Nachwuchsstrategien droht die Leistungsfähigkeit vieler Behörden in den nächsten Jahren abzunehmen.  Gleichzeitig wirkt Bürokratie als Innovationsbremse: Überregulierung, parallele Zuständigkeiten und überladene Verfahren hemmen die Effizienz. Beschäftigte wünschen sich spürbare Vereinfachungen, mehr Autonomie und klarere Verantwortlichkeiten.

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung wiederum wird von vielen als überlebenswichtig angesehen – technisch, organisatorisch und kulturell. Veraltete Systeme, unklare Zuständigkeiten und unvollständige Strategien bremsen den Fortschritt. Doch dort, wo Digitalprojekte gelingen, steigt auch die Zufriedenheit der Mitarbeitenden – ein deutliches Zeichen für die Notwendigkeit konsequenter Modernisierung. 

Weiterbildung als Hebel: Was brauchen Beschäftigte?

Kaum ein Thema wird im Zusammenhang mit dem öffentlichen Dienst der Zukunft so häufig genannt wie Weiterbildung. Sie gilt als zentraler Schlüssel, um Innovation, Motivation und Fachkräftesicherung miteinander zu verbinden. Das Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025 der dbb akademie macht deutlich: Weiterbildungsangebote sind längst kein „Nice-to-have“ mehr – sie sind die Voraussetzung dafür, dass Verwaltungen leistungsfähig und attraktiv bleiben. Denn die Herausforderungen im öffentlichen Dienst – vom demografischen Wandel über Digitalisierung bis zum Fachkräftemangel in der öffentlichen Verwaltung – erfordern kontinuierliche Kompetenzentwicklung. Beschäftigte müssen lernen, mit neuen Technologien, dynamischen Arbeitsprozessen und veränderten Erwartungen von Bürgerinnen und Bürgern umzugehen. Weiterbildung ist damit nicht nur ein individuelles Entwicklungsinstrument, sondern ein strategischer Hebel für die Modernisierung der Verwaltung. 

Chancen nutzen: Was können Organisationen jetzt konkret tun?

Die Studie liefert klare Handlungsfelder für die Praxis:

  • Wertschätzung und Beteiligung stärken, um Motivation und Identifikation auszubauen.
  • Führung entlasten, indem Ressourcen und Verantwortung besser verteilt werden.
    Bürokratie abbauen und Schlankheit in Entscheidungsprozesse bringen.
    Digitalisierung beschleunigen – durch moderne Tools, agile Methoden und kulturellen Wandel.
  • Weiterbildung strategisch verankern, um Kompetenzen dauerhaft auf- und auszubauen.
     

Diese Faktoren greifen ineinander und bilden die Basis für einen modernen, effizienten und attraktiven öffentlichen Dienst.

Fazit: Ein öffentlicher Dienst im Wandel – mit viel Potenzial

Das Fach- und Führungskräfte-Barometer 2025 zeigt: Der öffentliche Dienst steht an einem Wendepunkt, aber nicht am Rand der Überforderung – sondern am Anfang einer neuen Entwicklungsphase. Engagement, Sinnorientierung und Veränderungswille sind reichlich vorhanden. Jetzt gilt es, diese Energie zu kanalisieren: durch Mut zur Vereinfachung, gezielte Personalentwicklung und konsequente Digitalisierung. Wer in Menschen, Kompetenzen und Strukturen investiert, macht aus den aktuellen Herausforderungen des öffentlichen Dienstes eine Erfolgsgeschichte – und legt damit das Fundament für eine moderne, zukunftsorientierte Verwaltung.

FAQ

Digitalisierung, agile Führung und Change-Management. Die Studie zeigt: 70% der Befragten sehen hier Lücken.

Flexible Formate (Online, Blended Learning) schließen Kompetenzlücken schnell. Ergebnis: Höhere Motivation und Effizienz.

Kombinieren Sie Nachwuchsförderung mit Retteretention: Interne Weiterbildungen und klare Karrierepfade binden Talente.

Auf der dbb akademie-Website als kostenloser Download – inklusive Handlungsempfehlungen.

Ja, es deckt Bund, Länder und Kommunen ab – repräsentativ und praxisnah.

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