Eine Person mit Schutzhelm, Schutzbrille, Handschuhen und Warnweste arbeitet als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFffT) an der Verkabelung eines geöffneten Schaltschranks.

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFffT): Berufsbild, Aufgaben & Unterschiede zur Elektrofachkraft

In vielen Betrieben führen Mitarbeitende elektrische Arbeiten aus – etwa das Anschließen von Maschinen, die Wartung von Anlagen oder die Installation von Betriebsmitteln. Ohne elektrotechnische Qualifikation sind solche Tätigkeiten jedoch nicht zulässig. Auch Handwerker:innen dürfen diese Arbeiten nicht ausführen, wenn sie keine Ausbildung zur Elektrofachkraft haben. Hier bietet die Qualifikation zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFffT) eine Lösung: Sie ermöglicht es, gezielt und rechtssicher elektrische Arbeiten in festgelegten Bereichen durchzuführen – ohne klassische Elektroausbildung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Definition: EFffT sind speziell geschulte Fachkräfte für festgelegte elektrische Tätigkeiten.
  • Aufgaben: Durchführung von Wartungs-, Instandhaltungs- und Messarbeiten in definierten Bereichen.
  • Voraussetzungen: Berufserfahrung in technischen Berufen (z. B. Mechatroniker, Industrieelektriker).
  • Rechtliche Grundlage: Anerkennung nach DGUV Vorschrift 3 und TRBS 1203.
  • Vorteile: Erweiterte Einsatzmöglichkeiten, höhere Verantwortung und verbesserte Karrierechancen.

Was ist eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFffT)?

Die Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFffT) ist eine qualifizierte Fachkraft, die nach einer gezielten Weiterbildung bestimmte elektrische Arbeiten eigenverantwortlich durchführen darf. Im Gegensatz zur vollwertigen Elektrofachkraft (EFK) ist die EFffT auf festgelegte Tätigkeiten beschränkt – etwa Wartung, Instandhaltung oder Messungen an elektrischen Anlagen. Diese Qualifikation ist besonders für Fachkräfte aus der Industrie interessant, die keine klassische Elektroausbildung haben, aber dennoch elektrische Aufgaben sicher und normkonform erledigen müssen.

Definition und rechtliche Einordnung

Die EFffT ist in der DGUV Vorschrift 3 und der TRBS 1203 rechtlich verankert. Sie darf nur die Tätigkeiten ausführen, für die sie im Rahmen ihrer Weiterbildung geschult wurde. Dazu zählen etwa:

  • Prüfung elektrischer Geräte
  • Wartung von Maschinen und Anlagen
  • Fehlerbehebung in festgelegten Bereichen

Die genauen Tätigkeiten müssen im Betrieb schriftlich festgelegt werden. Nur so ist sichergestellt, dass die EFffT im Rahmen ihrer Qualifikation handelt.

Abgrenzung: EFffT vs. Elektrofachkraft (EFK)

KriteriumElektrofachkraft (EFK)EFffT
QualifikationAbgeschlossene ElektroausbildungZusatzqualifikation für Fachkräfte mit Berufserfahrung
AufgabenbereichAlle elektrischen ArbeitenNur festgelegte Tätigkeiten
VerantwortungVolle Verantwortung für alle elektrischen ArbeitenEingeschränkte Verantwortung für definierte Aufgaben
VoraussetzungElektroausbildung (z. B. Elektriker)Berufserfahrung + EFffT-Lehrgang

Aufgaben und Verantwortungsbereich der EFffT

Die EFffT übernimmt praktische und technische Aufgaben in festgelegten Bereichen. Typische Tätigkeiten sind:

  • Wartung und Instandhaltung elektrischer Anlagen und Maschinen
  • Messungen und Prüfungen (z. B. nach DGUV Vorschrift 3)
  • Inbetriebnahme und Fehlerbehebung in definierten Arbeitsbereichen

Grenzen der EFffT

Die EFffT darf keine Arbeiten durchführen, die über die festgelegten Tätigkeiten hinausgehen. Dazu zählen:

  • Planung elektrischer Anlagen
  • Arbeiten an Hochspannungsanlagen
  • Eigenständige Erstellung von Schaltplänen

Wichtig: Die EFffT arbeitet immer in Absprache mit einer verantwortlichen Elektrofachkraft, die die Gesamtverantwortung trägt.

Voraussetzungen: Wer kann EFffT werden?

Nicht jeder kann EFffT werden. Die Qualifikation setzt Berufserfahrung und fachliche Vorkenntnisse voraus. Typische Zielgruppen sind:

  • Mechatroniker:innen
  • Industrieelektriker:innen
  • Facharbeiter:innen aus der Instandhaltung oder Produktion

Checkliste: Voraussetzungen für die EFffT

✓ Berufsabschluss in einem technischen Beruf (z. B. Mechatroniker, Schlosser mit Elektro-Kenntnissen)

✓ Praktische Erfahrung in elektrischen Arbeitsbereichen

✓ Teilnahme an einem zertifizierten EFffT-Lehrgang (z. B. bei der TAW)

EFffT ohne Ausbildung – geht das?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Fachkräfte mit langjähriger Berufserfahrung in elektrischen Bereichen können durch eine Weiterbildung zur EFffT qualifiziert werden. Die IHK prüft die individuellen Vorkenntnisse und stellt nach erfolgreicher Prüfung das Zertifikat aus.

Einsatzgebiete: Wo arbeiten Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten?

EFffT sind vor allem in industriellen und handwerklichen Betrieben gefragt. Typische Branchen sind:

  • Maschinenbau und Automatisierung
  • Produktion und Fertigung
  • Facility Management und Instandhaltung
     

Der TAW-Lehrgang im Überblick

✓ Inhalte:

  • Theoretische Grundlagen der Elektrotechnik
  • Praktische Übungen zu festgelegten Tätigkeiten
  • Sicherheitsvorschriften (z. B. DGUV Vorschrift 3, VDE 0105)
  • Prüfung und Zertifizierung

✓ Zielgruppe:

  • Facharbeiter:innen mit technischem Hintergrund (z. B. Mechatroniker, Industrieelektriker)
  • Mitarbeiter:innen aus Instandhaltung, Produktion oder Facility Management
  • Personen mit Berufserfahrung in elektrischen Arbeitsbereichen

✓ Dauer & Format:

  • 2 Module an 4 Tagen (Vollzeit) in Präsenz
  • Vorbereitende Selbstlernmaterialien
  • Erfahrungsaustausch, Gruppenarbeit, zahlreiche praktische Übungen

✓ Abschluss:

  • Teilnahmebescheinigung

Tätigkeiten und Gehalt

Die EFffT arbeitet meist im Team mit Elektrofachkräften (EFK) und verantwortlichen Elektrofachkräften. Sie unterstützt bei:

  • Regelmäßigen Wartungsarbeiten
  • Störungsbehebungen
  • Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3

Das Gehalt einer EFffT liegt in der Regel zwischen 3300 € und 4700 € im Monat. [1] Entscheidende Kriterien sind hier die Branche (z. B. Maschinenbau vs. Facility Management), Berufserfahrung und Region (in Ballungsräumen oft höher).

Rechtliche Rahmenbedingungen und Unterweisungspflicht

Die Arbeit als EFffT ist an klare rechtliche Vorgaben gebunden. Diese gelten für Arbeitgeber und Mitarbeiter gleichermaßen.

Gesetzliche Vorgaben für EFffT

  • DGUV Vorschrift 3: Grundlage für die Arbeitssicherheit in elektrischen Bereichen
  • TRBS 1203: Technische Regeln für den Betrieb elektrischer Anlagen
  • VDE 0105: Sicherheitsregeln für den Betrieb von elektrischen Anlagen

Unterweisung und Auffrischung

  • Jährliche Unterweisung nach DGUV Vorschrift 1 (Pflicht für alle EFffT)
  • Auffrischungsschulungen alle 2–3 Jahre (empfohlen bei Änderungen in Normen oder Vorschriften)
  • Dokumentation aller Unterweisungen und Schulungen

EFffT vs. Elektrofachkraft: Die wichtigsten Unterschiede

Während die Elektrofachkraft (EFK) alle elektrischen Arbeiten durchführen darf, ist die EFffT auf festgelegte Tätigkeiten beschränkt. Der entscheidende Unterschied liegt in der Verantwortung und dem Aufgabenbereich.

Verantwortung und Aufgabenbereich

Die EFK trägt die volle Verantwortung für alle elektrischen Arbeiten im Betrieb. Die EFffT hingegen darf nur die Tätigkeiten ausführen, für die sie ausdrücklich geschult wurde. Beide Qualifikationen ergänzen sich ideal – besonders in industriellen Umgebungen, in denen spezialisierte Aufgaben anfallen.

TAW-Tipp
Wenn Sie in der Industrie oder im Handwerk tätig sind und Ihre Aufgaben um elektrische Tätigkeiten erweitern möchten, ist der EFffT-Lehrgang der TAW der ideale Einstieg. Informieren Sie sich jetzt über die nächsten Termine und sichern Sie sich Ihren Platz!

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Fazit: Warum sich die Qualifikation zur EFffT lohnt

Die Qualifikation zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFffT) ist eine praktikable und zukunftssichere Lösung für Fachkräfte, die elektrische Arbeiten sicher und rechtssicher durchführen möchten – ohne eine vollwertige Elektroausbildung zu absolvieren. Sie bietet erweiterte Einsatzmöglichkeiten, mehr Verantwortung und bessere Karrierechancen.

FAQ - Die wichtigsten Fragen zur EFffT

Ist ein ausgebildeter Elektriker automatisch eine Elektrofachkraft?

Ja, mit einer abgeschlossenen Elektroausbildung (z. B. als Elektriker) gilt man als Elektrofachkraft (EFK). Die EFffT ist eine Zusatzqualifikation für Fachkräfte ohne klassische Elektroausbildung.

Wie oft muss eine Elektrofachkraft unterwiesen werden?

Mindestens einmal jährlich nach DGUV Vorschrift 1. Die Unterweisung muss dokumentiert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Elektrofachkraft und EFffT?

Die Elektrofachkraft (EFK) darf alle elektrischen Arbeiten durchführen. Die EFffT ist auf festgelegte Tätigkeiten beschränkt, für die sie geschult wurde.

Wie viel verdient eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten?

Das Gehalt liegt zwischen 3300 € und 4700 € im Monat, abhängig von Branche, Erfahrung und Region. [1]

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