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TAW-Labor für Korrosionsschutz und Elektrotechnik, Wuppertal

Das Labor für Korrosionsschutz und Elektrotechnik hat im Laufe seines 50jährigen Bestehens mehrere Schwerpunktthemen herausgearbeitet, mit denen es sich intensiv beschäftigt.

Die durch die praxisorientierte Tätigkeit und Forschungsvorhaben für Industrie und u.a. das Bundesministerium für Verkehr gewonnenen Erfahrungen werden in mehreren Seminaren an Interessierte weitergegeben. Die Mitarbeiter des Labors sind sowohl bei der Erstellung von nationalen Vorschriften und Richtlinien als auch Europanormen beteiligt. Darüber hinaus können sich Industrie und Behörden das Wissen der Mitarbeiter in Form von Beratung, Planung, Erstellung von Gutachten und meßtechnischen Untersuchungen zunutze machen. Zum Arbeitsbereich des Labors gehört weiterhin die Entwicklung von Messverfahren und Geräten zu den zuvor genannten Aufgabengebieten.

  • Kathodischer Korrosionsschutz
  • Streustrom-Korrosionsschutz
  • Schutzmaßnahmen gegen das Bestehen bleiben unzulässig hoher Spannungen
  • Beeinflussung durch elektromagnetische Felder

Kathodischer Korrosionsschutz

Der kathodische Korrosionsschutz ist im weitesten Sinne eine Maßnahme des Umweltschutzes. Zur Vermeidung von Leckagen durch Außenkorrosion an Rohrleitungen und Behältern, die zum Transport und zur Lagerung von wassergefährdeten Flüssigkeiten dienen, hat sich die Anwendung dieses Verfahrens bewährt. Der Betrieb von Treibstoff-Fernleitungen und Tankanlagen setzt deshalb das Vorhandensein eines kathodischen Schutzes voraus.
Aber auch aus Gründen der Werterhaltung wird der kathodische Korrosionsschutz verstärkt eingesetzt, da erfahrungsgemäß die Kosten für Reparaturarbeiten in Rohrnetzen und an Tankanlagen durch die Anwendung des Verfahrens erheblich gesenkt werden.

Für die Untersuchungen vor Ort stehen mehrere entsprechend eingerichtete Messwagen zur Verfügung. Die relevanten Größen werden teilweise mit selbst entwickelten Messverfahren aufgenommen und mit Notebooks sowie Datenloggern zwischengespeichert. Die hierfür erforderliche Software zur Erfassung der Messdaten sowie Lageskizzen, Schaltungen u. ä. wurde selbst entwickelt. Die weitere Auswertung erfolgt mit Geräten mittlerer Datentechnik. Auf diesem Fachgebiet liegt der Schwerpunkt unserer Tätigkeit auf der Planung vorbereitender Maßnahmen, die Inbetriebnahme und Abnahme von Schutzsystemen sowie der Erarbeitung von Maßnahmen zur Verbesserung älterer bestehender Anlagen.

Streustrom-Korrosionsschutz

Durch den Betrieb von Gleichstrombahnen mit Energieübertragung über die Fahrschienen entsteht ein Schienenspannungsfall, der einen Streustrom in das umgebende Bauwerk oder Erdreich treibt. Dieser Strom kann bei Austritt aus erdfühlig verlegten Installationen, wie z. B. Stahlbetonbauten und Rohrleitungen, Korrosionen hervorrufen.
Ziel unserer Tätigkeit ist es, bereits bei der Planung von Gleichstrombahnen die Kenngrößen, die die Höhe der Streuströme beeinflussen, so zu optimieren, dass der aus den Fahrschienen austretende Streustrom dauerhaft auf kleine Werte begrenzt wird. Hierdurch wird sowohl die Korrosionsgefahr an bahneigenen Anlagen als auch die Korrosionsgefahr an anderen erdverlegten Installationen aus Metall verringert.

Weiterhin werden die während der Bauphase und nach Inbetriebnahme erforderlichen sowie die wiederkehrenden Messungen von den Labormitarbeitern durchgeführt. Die hierfür eingesetzten Messfahrzeuge sind u.a. mit entsprechenden Datenloggern ausgerüstet, die es gestatten, an mehreren Stellen gleichzeitig Potential- und Spannungsregistrierungen vorzunehmen und durch Korrelationsanalysen eine eindeutige Aussage über die auftretenden Streustrombeeinflussungen zu treffen.

Schutzmaßnahmen gegen das Bestehen bleiben unzulässig hoher Spannungen

Bei der Anwendung des kathodischen Korrosionsschutzes und bei den zu treffenden Maßnahmen zur Verringerung der Streustromkorrosionsgefahr müssen Anlagenteile im elektrischen Sinne voneinander getrennt werden. Aus diesem Grund können nicht immer die in der Praxis üblichen Schutzmaßnahmen gegen das Bestehen bleiben unzulässig hoher Spannungen getroffen werden. In diesen Fällen werden von den Labormitarbeitern kundenspezifische Sonderlösungen erarbeitet, die einen ausreichenden Schutz gewährleisten und dem Stand der Technik entsprechen.

Bereits bei der industriellen Entwicklung der ersten Fehlerstrom-Schutzschalter überhaupt war das Labor für Korrosionsschutz und Elektrotechnik der TAW durch messtechnische Untersuchungen beteiligt, die sich bis zum heutigen Tage fortsetzen.

Beeinflussung durch elektromagnetische Felder

In letzter Zeit wird verstärkt über Beeinflussungen durch elektromagnetische Felder diskutiert. Hierbei wird auch von Störungen berichtet, die durch magnetische Gleich- und Wechselfelder von U-, Stadt-, Straßen- und Fernbahnen verursacht werden. Solche Störungen treten z. B. in der Nähe von Speisemasten auf. Bezogen auf die Bahntrasse treten in einem gewissen Abstand von der Trasse jedoch nur relativ kleine Magnetfelder auf, da das durch den im Fahrdraht oder in der Stromschiene fließenden Strom erzeugte Magnetfeld durch das von dem in den Fahrschienen zum speisenden Unterwerk zurückfließenden Strom verursachte Feld kompensiert wird. Durchgeführte Untersuchungen zeigten aber auch, dass die Kompensation unvollständig ist, wenn infolge hoher Ableitungsbeläge der Fahrschienen ein Teil des Rückstromes in den Erdboden entweicht.

Aufgrund des oben beschriebenen Zusammenhangs von Magnetfeld und Streustrom befassen wir uns seit einigen Jahren mit der Ermittlung von elektromagnetischen Beeinflussungen durch den Betrieb von Gleich- und Wechselstrombahnen. Auch hier steht die messtechnische Erfassung und Analyse von Störgrößen vor Ort und die Erarbeitung von Abhilfemaßnahmen im Vordergrund unserer Tätigkeit.

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Adresse

Labor für Korrosionsschutz und Elektrotechnik
c/o Technische Akademie Wuppertal e.V.
42097 Wuppertal

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Ulrich Bette (Laborleiter)
Tel.: 02 02 / 74 95 - 6 32
Fax: 02 02 / 74 95 - 6 66
E-Mail: ulrich.bette@taw.de

Anreise

WBZ Wuppertal